Was sind Filmfestivals?

Filmfestivals sind mehrtägige, periodisch stattfindende Veranstaltungen, bei denen die bestmögliche Projektion von Filmen jeglicher Form und die Diskussion darüber im Mittelpunkt stehen. Sie sind Ort der Meinungsbildung sowie der Begegnung mit Filmkultur und zeichnen sich durch eine kuratorische Absicht und ein klares programmatisches Profil aus. Sie verdichten Filmerlebnisse in einem abgegrenzten räumlichen und zeitlichen Horizont und dienen als Foren und Orte des Austauschs. Filmfestivals stehen für eine lebendige Auseinandersetzung mit Film.

IM FORUM ÖSTERREICHISCHER FILMFESTIVALS ...

… haben sich 22 Filmfestivals 2012 zusammengeschlossen, um sich stärker zu vernetzen und die unzumutbare Fördersituation zu ändern. Die Festivals zeigen mehr als 2.000 Filme für knapp 290.000 BesucherInnen im Jahr (Daten 2015) und bieten nicht zuletzt jenen Filmen eine Plattform, die im regulären Kinoangebot vielfach keinen Platz mehr finden. Rund 1.000 internationale Fachgäste sorgen dabei jährlich für einen lebendigen Austausch.

Trotz ihrer beeindruckenden Bilanz und stetig steigender Nachfrage sind die Filmfestivals in Österreich kaum ausreichend finanziert, sind die Arbeitsbedingungen prekär und ist die Abgeltung von Vorführrechten kaum möglich. An den Forderungen der Interessensvertretung der Filmfestivals hat sich seit 2012 leider kaum etwas verändert:

Das Forum österreichischer Filmfestivals fordert...

ein grundsätzliches Umdenken in der Kulturpolitik. Filmfestivals leisten in einer nachhaltig veränderten Verwertungslandschaft einen essentiellen Beitrag zur Film- und Kinokultur. Dieser Entwicklung muss auch kulturpolitisch Rechnung getragen werden.

eine Erhöhung der Fördergelder für Filmfestivals. Derzeit rangieren Filmfestivals in der Kulturförderung unter ferner liefen. Mit 3,6 Mio. Euro erhalten alle Festivals gemeinsam in etwa das, was ein einziger Spielfilm kostet. Struktur- und Planungssicherheit? Nicht vorhanden.

eine eigene Filmfestivalförderung. Aktuell werden Filmfestivals von etwa 36 Filmförderstellen gefördert - und keine fühlt sich richtig zuständig. Kriterien gibt es nicht, die Formulare sind veraltet und der administrative Aufwand ist sowohl für Festivals als auch für Förderstellen enorm.

die Möglichkeit fairer Entlohnung im Filmfestivalbereich. Trotz eines hohen Ausbildungsgrads, spezialisierten Fachwissens und jahrelanger Erfahrung sind nur 8 Prozent der FestivalarbeiterInnen hauptberuflich tätig. Zum größten Teil sind FestivalarbeiterInnen prekär tätig.

die Möglichkeit angemessener Bezahlung von Filmrechten. Nur mit einer adäquaten Förderung ist es möglich, die Rechte für Filme angemessen abzugelten und damit die Rolle im Verwertungskreislauf wahrzunehmen. Der aktuelle Missstand gehört beendet.